Bluthunde

Entschuldige, aber ich glaube, du verstehst nicht ganz…
Was denkst du denn, wen du vor dir hast?
Jemand unterlegenes?
Untergeben?
Unterwürfig?
Du scheinst ein bisschen weit oben zu sein.
Komm,
komm runter zu mir und ich zeige dir, woraus Träume wirklich gemacht sind.
Nicht so schüchtern, Kleiner. Sehe ich so furchteinflößend aus?… Na also…
Das? och, nichts weiter.  Nur ein … Spielzeug.
Und jetzt sei ganz still.
Still, sag ich!
Es tut nur am Anfang etwas weh. Vertrau mir.
Oh, du willst noch nicht sterben?
Das ist aber schade, richtig bedauerlich … weißt du … ich auch nicht…
Mitleid? Jetzt?
Ohja, so kommen sie alle an, wenn es so scheiße aussieht, wie bei dir gerade.
Aber wann, sag mir, wann sind sie je mit einem guten Beispiel vorran gegangen, hm?
Weißt du auch nicht, was?
Also liege ich richtig, wenn ich behaupte, dass du nicht ansatzweise in der Position bist, mir zu sagen, was ich für Schleimscheißer wie dich empfinden soll.
Richtig?…brav…
Und jetzt sei ein guter Junge und hauch deinen letzten Odem aus deiner kümmerlichen Brust. Ich hab gleich Mittagspause…

Kaum merklich löst sich ein Schatten aus der dunkel umwitterten Seitengasse und verschwindet im Nirgendwo.

Klack-Klack – Pferdehufe
ziehen artig Droschken kreuz und quer
über Pflastersteine
patroullieren
Polizisten, Damen, Aktivisten
adrett, galant und rein.
Klack-Klack – Nuttenschuhe
stets auf der Suche nach einer Frei-erstätte im Verborgenen.
Das bringt sie auf die Ebene der Nachtkreaturen und alles, was stinkt und dreckig ist.
Und heute will die Fügung auch noch eine Steigerung und lässt sie unweigerlich auf das blutige Produkt düsterer Ausuferungen treffen.
Das entsetzte Frauenzimmer tut es vielen seiner Art gleich, als es mit flatternden Röcken aus der Gasse läuft und schreit,  schreit wie am Spieß, schreit Zeter und Mordio!
„Was geht hier vor sich?“
„Mr. Montague! Gottseidank! Sie schickt der Himmel!“
„Ich weiß, ich kenne meine Wirkung auf das andere Geschlecht, aber ich finde wirklich, sie übertreiben etwas…“
„Kommen sie mit!“
„Nagut, aber ich habe nicht viel Geld bei mir…“

Als der Detektiv die Leiche erblickt, zieht sich der Schatten seines Zylinders über seine Augen.
Wortlos zaubert er eine Zigarre aus der Innentasche seines Gehrocks, während er hinter seiner Stirn bereits analysiert, kategorisiert und in die Welt eines fremden, morbiden Gehirns eintaucht.
Er hat die Fährte aufgenommen.

Gut und Böse
– und versteckt es sich hinter noch so vielen Facetten, die Gesichter bleiben doch dieselben.
Wann wird die Welt dieses Spiel endlich überdrüssig sein?
Wann gefriert die Hölle?

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s